Landschaftlich wurde Bornholm von der Eiszeit geprägt. Nach dem Abschmelzen
der letzten Gletscher breitete sich zunächst Tundra, und mit ihr Rentiere aus.

Erste Jägergruppen kamen etwa 8000 v. Chr. auf die heutige Insel.

Das Klima wurde wärmer und es kamen Elche, Kronhirsche und Wildschweine
ins Land. Fischer fischten aus 40 Meter Tiefe Kiefernstubben aus der Ostsee,
die man als Beweis für die Landverbindung mit Rügen ansieht, welche vermutlich
vor 7000 Jahren abriss.

Mit dem Rückgang der Gletscher stieg das Land, und gleichzeitig auch der
Meeresspiegel an. Da der Meeresspielal aber schneller war, als das Land, waren
etwa 5000 v. Chr. große Teile des alten Landes mit Wasser bedeckt, und die
Insel, wie wir sie heute kennen, entstand.

Laubwälder breiteten sich aus, die Auerochsen wurden selten, Hirsche und
Wildschweine stellten sich auf die veränderten Klimabedingungen um.
Der letzte Kronhirsch wurde 1770 auf Bornholm geschossen.

Vor etwa 6000 Jahren begannen Ackerbauern sesshaft zu werden. Aus
dieser Zeit stammen die Hünengräber, von denen keines weiter als 2,5
Kilometer vom Meer entfernt ist.

Fundstücke, wie Luxusgegenstände bezeugen die Handelskontakte in der 
Eisen- und Wikingerzeit (ca. 500 v. Chr. bis 800 n. Chr.).

Die Landwirtschaft entwickelte sich mit den noch heute anzutreffenden
Nutztieren und Strukturen weiter.

Der Name "Bornholm" leitet sich von Burgundarholmr aus dem
altnorwegischen ab und bedeutet "Insel der Burgunden". Denn die Insel
galt in der Antike als Heimat der ostgermanischen Burgungen.

 
 

Mittelalter
 

961/985 wurde Bornholm vom dänischen König Harald Blauzahn erobert.

Auf zahlreichen Runensteinen findet man Markierungen, die den Beginn
der Schrift auf der Insel dokumentieren.

Von der Gamleborg aus wurde Bornholm verwaltet.

Bornholm wurde allerdings zum Spielball zwischen Staat und Kirche,
da der König Svend Grathe im Jahre 1149 große Teile der Insel
dem Erzbischof von Lund vermachte.

Der dänische Staat verwaltete seinen Inselteil dann von der Lilleborg.
Streitigkeiten führten 1259 zur Gefangennahme des klerikalen
Inselverwalters und im Gegenzug zur Zerstörung der Lilleborg.

Die Anfeindungen gingen mit einer Einigung im Jahre 1362 zu Ende,
1522 endete die kirchliche Herrschaft endgültig.

 
 

Frühe Neuzeit
 

1525 verpfändete der König die Insel an die Hansestadt Lübeck,
um Schulden zu begleichen.

Die Bornholmer Bevölkerung litt unter Steuern, Abgaben und Zwangsarbeit.
1535 gab es einen Aufstand, der allerdings scheiterte und Bornholm kam
wieder als Lehen zu Dänemark.

1576 endete Bornholms Verpfändung an Lübeck.

Die Bevölkerung setzte der schwedischen Herrschaft 1658 ein Ende und
Bornholm kam endgültig zu Dänemark.

Für Bornholm begann eine lange Zeit des Friedens. Im späten 17. Jahrhundert
wurden auf den Erbseninseln (Ertholmene) Festungsanlagen errichtet.
Ihren einzigen Einsatz hatten sie bei den Bombardierungen durch die Briten
in den Koalitionskriegen im Jahre 1808.

Sie sind heute zwar frei zugänglich, werden allerdings noch militärisch genutzt
und stehen unter der Verwaltung des Verteidigungsministeriums.

Die Wirtschaft blühte auf und die noch heute noch bestehenden Zweige der
Keramikindustrie, Fischerei und Räucherei entstanden.

Landschaftlich erhielt die Insel durch die Anlage des Waldes Almindingen 
durch den Forstmeister Hans Rømer 1805 ihr jetziges Aussehen.

 
 

Zweiter Weltkrieg


Am 10. April 1940 wurde Bornholm von deutschen Truppen besetzt.

Während des Zweiten Weltkrieges war Bornholm Zufluchtsort für Flüchtlinge,
die von Kopenhagen auf die Insel geschleust wurden. Umgekehrt wurden
Waffen an die Widerstandsbewegung nach Kopenhagen geschmuggelt.

1943 eskalierte die Lage auch auf Bornholm, nachdem die dänische Regierung
Streik- und Versammlungsverbote der Besatzungsmacht ablehnte.

Am 11. Oktober 1943 gelang etwa 500 Juden die Flucht von Bornholm, bevor
wenige Zeit später die Gestapo kam. Bei der Flucht half der deutsche
Gesande Georg Ferdinand Duckwitz.

Bis zum Kriegsende kam es daraufhin zu Repressalien gegen die Bornholmer
Bevölkerung und Verhaftungen von Fluchthelfern sowie Bauern, die
Widerständler oder Juden auf ihren Höfen versteckt hatten.

Nach der Kapitulation der deutschen Truppen in Nordwestdeutschland und
Dänemark am 4. Mai 1945 erhielt der Bornholmer Wehrmachtskommandant, 
Kapitän zur See Gerhard von Kamptz, am 6. Mai eine Kapitulationsaufforderung
vom Befehlshaber der sowjetischen Streitkräfte in Vorpommern.
Kamptz wies die Aufforderung zurück, da die Kapitulation seiner Auffassung
nach nur gegenüber den Westmächten galt, und ließ am 7. Mai (dem Tag der 
deutschen Gesamtkapitulation) auf sowjetische Aufklärungsflugzeuge schießen.

Daraufhin wurden die Städte Rønne und Nexø von der sowjetischen Luftwaffe 
mehrfach bombardiert und zum größten Teil zerstört.

Am 9. Mai übergab der General der Artillerie Rolf Wuthmann Bornholm einem
sowjetischen Vorauskommando und am 5. April 1946 zogen die sowjetischen
Truppen ab. Die erheblichen Sachschäden wurden in den folgenden Jahren
beseitigt - auch mit schwedischer Hilfe.